Bitterfeld

Bitterfeld

Franziska Klose
„Natürlich habe ich ein ambivalentes Gefühl. Wer Bitterfeld von früher mit den qualmenden Schornsteinen und seiner ungeheueren Geschäftigkeit kennt, den beeindruckt, wieviel Ruhe jetzt eingekehrt ist mit den riesigen beräumten Flächen.“
(Bitterfelder Einwohner zitiert in: Bittner, Regina: Kolonien des Eigensinns. Ethnographie einer ostdeutschen Industrieregion, Frankfurt/Main; New York: Campus-Verl., Edition Bauhaus; Bd. 3, 1998, S. 14)

Bitterfeld ist der Name einer ostdeutsche Kleinstadt, die ab 1900 eine rasende Industrialisierung erlebte und zum Zentrum deutscher Chlorchemie wurde. Eingezwängt zwischen Chemiefabriken und Braunkohletagebauen, wuchs die Stadt und hatte ihre größten Wachstumsschübe währen der beiden Weltkriege.
1989 arbeiteten bis zu 36.000 Menschen hier. Mit dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR erlebten beide Industriezweige eine fast abrupte Stilllegung. Bitterfeld wurde als ökologisches Katastrophengebiet bekannt und erlebte einen radikalen Strukturwandel zur postindustriellen Gesellschaft.
Heute werden zwischen Freiflächen und sanierten Deponien in gläsernen Fabriken und Containern, u.a. Quartzglas für Glasfaserkabel und Aspirin für den gesamten europäischen Markt hergestellt. Die Straßen des Chemieparks tragen die Namen der Produkte und Innovationen von einst.

Die Künstlerin Franziska Klose hat im ChemiePark Bitterfeld zwischen Juli und August 2013 sieben Fieldrecordings durchgeführt, die sie als Kassette veröffentlicht hat. Die Titel der Tracks orientieren sich an verschiedenen Elementen: Chlorstraße, Graphitstraße, Sticksoffstraße heißen sie. Hier kann man die Aufnahme aus der Säurestraße nachhören.
 
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Fr, 07/24/2020 - 16:20
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