São Paulo

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Nikolai Brandes

Gesang des Sabiá

Die Rua Antero Mendes Leite ist eine ruhige Nebenstraße nahe der U-Bahn-Station Ana Rosa. Das Zentrum von São Paulo ist nicht weit. Auch in der Nähe: ein kleiner Park mit Joggingparcours, ein Wochenmarkt, das japanische Viertel. Die Aufnahme ist an einem Oktobervormittag entstanden. Die Stadt erlebt ihre ersten warmen Tage. Vom Balkon im ersten Stock kann man Putzfrauen zuhören. In knapper Folge überzieht der dumpfe Takt der Rotorblätter von Helikoptern das Viertel, Lufttaxis, mit denen die Reichsten den Stau in den Straßen unter sich lassen. Über allem liegt die Klage des Sabiá, einer Drosselart. Später lerne ich, dass Chico Buarque und Tom Jobim vom Gesang des Sabiá auch schon traurig wurden. Sie haben ein Lied darüber geschrieben, in dem es um verschwundene Palmen und Blumen und den Wunsch nach Rückkehr geht. Manche beziehen das Lied auf die Armut des Landes oder auf die damalige Militärdiktatur und sehen es als Vorzeichen von Buarques italienischem Exil.

 

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So, 12/08/2013 - 16:39
Kurzbeiträge

Einwürfe

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Was Corona verändert II Im Draußen, im Miteinander, im Alltag
Was Corona verändert I Auf der Straße, im Alltag, zu Hause

Fundsachen

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Aus dem Archiv für aktuelles Nichts Über eine Fotoserie des Künstlers Michael Disqué
Die andere Urlaubs-Idylle Eine Foto-Text-Kombi aus Teneriffa

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