Lichter alternative Wohnformen Beton Glasscherben

Die Galeristin

Die Galeristin

Text und Foto: Anna-Lena Wenzel

Aufprall der Welten

Kürzlich passierte es mir zum ersten Mal: ich gehörte zum erlauchten Kreis derjenigen, die im Anschluss an eine Ausstellungseröffnung von einer Galerie zum Essen eingeladen wurden. Die potente Galerie, die ihr Geld nicht in Berlin macht, aber hier trotzdem eine Dependance unterhält, wurde durch ihre sympathische Galeristin vertreten. Die verstand etwas von ihrem Job: Sie plauderte unbefangen drauflos, bezog alle mit ein und verbreitete ein wohliges Gefühl – nicht zu vergessen, dass sie uns alle zum Essen einlud!

 

Erste Irritationen traten ein, als die Galeristin unverblümt davon sprach, wie sie sich freue, dass die Galerie auch unrentable Projekte unterstütze. Da es sich um eine Performance handelte, nickten wir anerkennend und staunten über ihre Offenheit.

Dann erzählte die Galeristin davon, wie sie letztens einen Schriftsteller kennengelernt hätte, der tatsächlich – als jemand, der bereits ein oder mehrere Bücher veröffentlicht hätte – nur 3000 Euro Vorschuss für einen neuen Roman bekommen würde. Und fragte dann tatsächlich, wie das denn gehen solle? Davon muss doch gelebt und die Miete bezahlt werden? Das reiche doch niemals aus!

Wir guckten uns etwas fassungslos an und bestellten vorsichtshalber noch ein Bier auf Vorrat. Mit wenig Geld auszukommen gehört zu unserem Alltag. Aber dass eine Galeristin in Berlin davon so wenig mitbekam, überraschte uns dann doch.

 

Im Verlauf des Abends erfuhren wir dagegen etwas mehr von ihren Lebensumständen. Von ihrer riesigen Erstwohnung „abroad“ und ihrer ebenfalls großen Zweitwohnung in Berlin und wie billig diese wäre – ein echtes Schnäppchen war das damals! Wir erfuhren, mit welch anderen bedeutenden Künstlern sie noch so zu tun hat und wie wild sie in den letzten Wochen unterwegs war. Ja, das ausschweifenden Partyleben in Berlin! Darauf ließen wir uns noch einen extra exquisiten Schnaps bringen.

Zur Verabschiedung wurden Küsschen und Kärtchen verteilt. Eigentlich eine Win-Win-Situation. Nur das späte Mahl lag mir nachts schwer im Magen. Ich hatte nicht widerstehen können und mir den Bauch zu voll geschlagen.

Kurzbeiträge

Einwürfe

Für Fans der Stadterkundung

Für alle großen und kleinen Fans des

"Wir verarzten uns selbst"

Aktuell wie vor 35 Jahren - eine Anle

Fundsachen

Stalins Rückkehr

Einmal Ulan-Bator und zurück

Hörst du noch oder lauschst du schon?

Wer kennt das nicht, wenn man ungewol

Aus der Zeit gefallene Orte II: Der Prater

Der Wiener Prater wirbt mit "Abenteue

Straßenszenen

Aus der Zeit gefallene Orte IV: Westberlin II

Ab den späten 60er bis in die 90er Ja

Aus der Zeit gefallene Orte III: Westberlin

Die Filmemacherin und Künstlerin Ulri

Heaven's Supermarket

Auf China-Städtereise mit Stef Heidh

So klingt

Kairo

Welcome to Egypt!, sich überlagernde

Wien

„Autos schossen aus schmalen, tiefen

Jerusalem

Jerusalem - in der Stadt, in der alles heilig zu sein scheint, wird um wirklich jeden Quadratmeter gekämpft.

So lebt

... es sich in Neu-Hohenschönhausen

So lebt … es sich in Neu-Hohe

... es sich in mobilen Häusern

Wie lebt es sich in e

... man mit Hartz IV

Hartz IV und wir