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Floating Utopias

Floating Utopias

Anna-Lena Wenzel, Foto: Victoria Tomaschko

In diesem Sommer verhandelten gleich zwei Projekte reale und utopische Formen des Zusammenlebens, -wohnens und -arbeitens: Das Ausstellungsprojekt An Atlas of Commoning, das vom Juni bis August 2018 im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin Station gemacht hat, und die Floating University, die vom Mai bis September 2018 in einem Rückhaltebecken neben dem Flughafen Tempelhof stattfand. Versteht sich Zweitere als „innerstädtisches Offshore-Labor für Visionen urbaner Praxis“[1] und bringt diverse Akteure aus unterschiedlichen Kontexten zusammen, will ersteres „den offenen und emanzipatorischen Raum des Wir zurückerobern und neu definieren. Das Projekt fokussiert dabei auf städtische Gemeingüter“, wobei unter Gemeingut „die Schaffung und Bewirtschaftung (materieller und immaterieller) kollektiver Ressourcen und Räume verstanden, die die Grundlage demokratischer Teilhabe bilden“, verstanden wird.[2]

 

Beiden geht es um ein Miteinander in der Stadt, um Nachaltigkeit und ganz konkrete Praxen. Bei diesen ähnlichen Visionen verwundert es daher nicht, dass ein realer utopischer Ort bei beiden Projekten zur Sprache kommt: Auroville, 1968 in Indien errichtet. Im Saaltext der Ausstellung An Atlas of Commoning heißt es: „Auroville wurde als internationale Gemeinschaft ohne Regierung, Geld, Religion oder Grundeigentum erdacht und ist ein andauerndes materielles und spirituelles Experiment, dessen Ziel die Einheit der Menschen in Vielfalt ist. Bei der Eröffnungsfeier 1968 entsandte die UNESCO Vertreter*innen aus 124 Ländern. 2018 leben rund 2.800 Menschen aus mehr als 50 Nationen in dieser utopischen Stadt im indischen Tamil Nadu, die gemäß den Plänen des Architekten Roger Anger spiralförmig angelegt isr. Den Mittelpunkt bildet ein auffälliges, kugelförmiges Gebäude, das Matrimandir, spirituelles Symbol für das Selbstverständnis der Gemeinschaft, die religiöse und nationale Spaltungen überwinden will. Trotz des Bemühens um ein nachhaltiges, auf Selbstversorgung basierendes Lebensmodell mit einem universellen Grundeinkommen ist Auroville in hohem Maße von externen Ressourcen abhängig, in finanzieller Hinsicht ebenso wie in Hinblick auf die benötigten Arbeitskräfte.“[3]

 

Zwei zeitweilige Bewohner von Auroville – Peter Anderschitz und Frederick Schulze-Buxloh – waren zu Gast bei der Floating University. Ihr Besuch und ihre Eindrücke dieser temporären Mini-Utopie hält ein Film fest, den wir euch hier zeigen möchten:

 

 

[1] http://www.floatinguniversity.org/

[2] https://www.archplus.net/home/commoning

[3] https://www.archplus.net/home/archiv/artikel/46,4964,1,0.html. An Atlas of Commoning ist eine Ausstellung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in Zusammenarbeit mit ARCH+ - Zeitschrift für Architektur und Urbanismus.

[4] Video "You have to find it yourself" from dcfvg on Vimeo.

Mo, 09/17/2018 - 13:02 -- hannes
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